Atemordnung

Sie müssen nicht alles sofort in Ihrem Kopf ordnen, Sie müssen lediglich zuerst Ihre Atmung ordnen.

Wenn die Gedanken zu schnell rennen, wird die Welt eng, alles scheint dringend, auch Dinge, die warten könnten.

Das Atmen kann Sie daran erinnern, dass Sie in Panik nichts lösen müssen.

Aufräumen beginnt nicht mit einer To-Do-Liste, sondern etwas früher – mit dem Anhalten der Schultern, dem Entspannen des Kiefers und einem beruhigenden Atemzug.

Der Geist tut gerne so, als ob alles von ihm abhängt, während der Körper viele Antworten bereithält, bevor Worte oder Gedanken auftauchen.

Wenn sich der Körper bedroht fühlt, wirken selbst einfache Dinge wie unüberwindbare Berge.

Das Atmen ist etwas ganz Normales, daher kann man es leicht ignorieren.

Es kündigt keine großen Entdeckungen an und klingt nicht nach einer Lösung für ein Problem, aber wenn wir es bewusst zähmen und uns darauf konzentrieren können, kann es den Moment verändern, eine kleine Pause zwischen Reiz und Reaktion schaffen und uns Zeit geben.

In dieser Pause kann man manchmal mehr sehen, nicht weil das Chaos plötzlich verschwindet, sondern weil man sich nicht mehr ganz von diesem Chaos betören lässt.

Das Atmen ist meist die erste Ordnung bzw.

der Keim der Ordnung, noch bevor ein Plan entsteht.

Mit dem Atem sollten wir anfangen zu arrangieren, denn diese bescheidene Geste kann das Leben erhalten, selbst wenn alles um sie herum in Flammen steht.

Kann man noch bewusst atmen oder geschieht das ganz automatisch?