Streulicht
Wenn das Licht in zu viele Richtungen gestreut wird, kann selbst die Helligkeit ermüdend sein.
Man kann viel Energie haben und sich trotzdem schwach fühlen.
Nicht weil es an Kraft mangelt, sondern weil sie überall gleichzeitig fließt.
Ablenkung sieht nicht nach Chaos aus, sondern nach einem sehr aktiven Leben ohne Schwerpunkt.
Ablenkung tarnt sich oft als eine Fülle von Möglichkeiten: viele Dinge und Ideen, viele begonnene Wege.
Zunächst vermittelt es Ihnen ein Gefühl von Bewegung und weitem Atmen, aber mit der Zeit kann es Ihnen den Kontakt zu Ihrer eigenen Mitte nehmen.
Der Mensch ist ein bisschen überall, aber nirgendwo wirklich.
Licht ist stark, wenn es eine Richtung hat, und ohne Richtung wird es nur zu einem grellen Licht, das die Augen anstrengt.
Mit Aufmerksamkeit und Herz ist es genauso: Wenn alles gleich wichtig ist, kann nichts wirklich akzeptiert werden und dann beginnen die Dinge um Platz zu konkurrieren.
Fokus muss nicht bedeuten, dass man sich gegenüber der Welt abschließt, sondern kann eine Entscheidung darüber sein, was jetzt Präsenz braucht.
Der Rest muss nicht für immer abgelehnt werden, sondern muss einfach außerhalb des Lichtkreises warten.
Manchmal gewinnt ein Mensch nicht dadurch zurück, dass er neue Kraft hinzufügt, sondern indem er die zerstreute sammelt.
Wo sich das Licht konzentriert, wenn es aufhört, für alles auf einmal zu leuchten